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Eröffnung KAZE Part I

Hallo.

Heute war Part 1 der Eröffnung des KAZE, des Kulturell Alternativen Zentrums Einbeck mit einer kleinen Feierstunde und Rede. Danke an alle Gäste, die da waren. Morgen Abend am 09. Oktober ist Party ab 18.00 Uhr. Denkt dran und schaut mal rein... Adresse: Auf dem Steinwege 4 in 37574 Einbeck.



Für alle Interessierten hier die Eröffnungsrede:


Wir freuen uns, dass heute viele Menschen erschienen sind, um mit uns die Eröffnung des Kulturell Alternativen Zentrums Einbeck zu feiern. Warum haben wir es eröffnet? Dazu zunächst ein kleiner Exkurs:


Wikipedia schreibt über die Demokratie, in der wir leben, dass diese sich dadurch zeichnet, dass es uns alle durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt. Die Regierung geht durch politische Wahlen aus dem Volk hervor. Da die Macht von der Allgemeinheit ausgeübt wird, sind Meinungs- und Pressefreiheit zur politischen Willensbildung unerlässlich. Weitere wichtige Merkmale einer modernen Demokratie sind freie, geheime und gleiche Wahlen, das Mehrheits- oder Konsensprinzip, Minderheitenschutz, die Akzeptanz einer politischen Opposition, Gewaltenteilung, Verfassungsmäßigkeit, sowie Schutz der Grund-, Bürger- und Menschenrechte. Aufgaben hat die Demokratie und damit der Staat also viele, an welchen Stellen wir die Politik da in Frage stellen ist ein anderes Thema. Daher kann unsere Gesellschaft nicht ohne Ziviles Engagement auskommen.

Was ist unsere Aufgabe als Bürger*innen? Einfach wählen gehen und die Politik macht dann schon funkioniert leider nicht!

Wenn wir in der heutige Zeit auf die aktuellen Geschehnisse schauen, dann sind zumindest wir der Meinung, dass es viel mehr zivilgesellschaftliches Engagement braucht, auch um die Politiker*innen an der ein oder anderen Stelle daran zu erinnern, das sie gewisse Dinge nicht einfach ignorieren können. Morgen jährt sich der Anschlag von Halle. Am 9. Oktober 2019 versuchte der Nazi-Terrorist Stephan Balliet in Halle (Saale) am jüdischen Feiertag Jom Kippur in eine volle Synagoge einzudringen und ein antisemitisches Massaker anzurichten. Als ihm das nicht gelang, tötete er an anderer Stelle zwei Menschen und versuchte mehrere weitere Menschen mit Schüssen, Granaten oder seinem Auto umzubringen. Für eines der zwei Todesurteile reichte schon die Annahme einer nicht-deutschen Herkunft des Opfers wegen der dunklen Haarfarbe. Die Brutalität, die Beliebigkeit und das ursprüngliche Ziel in eine Synagoge einzudringen und die dort Feiernden hinzurichten, zeigen deutlich, wie mörderisch die faschistische Ideologie des Täters ist. Diese Ideologie ist in einigen Köpfen tief verankert. Anschläge wie diese sind das direkte Resultat der Blindheit unserer Politik und Justiz auf dem rechten Auge und die Untätigkeit und Taten- und Interessenlosigkeit vieler Bürger*innen.

Unsere Demokratie ist gefährdet!

Gefährdet durch sich immer weiterverbreitenden Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und weitere menschenverachtende Strömungen, die von Parteien wie der AfD, dem Dritten Weg, der Basis, der Querdenkerbewegung und anderen gesellschaftlichen Entwicklungen geschürt werden. Nur wählen gehen verhindert das nicht, und erst recht nicht Anschläge wie Halle, Hanau, den Mord an Walther Lübke und weitere schlimme Ereignisse.


Doch nicht nur unsere Demokratie ist gefährdet, es werden auch immer mehr Menschen in unserem System abgehängt. Und es bleibt abzuwarten, ob die Koalitionsverhandlungen unser neu gewählten Volksvertreter*innen dazu führen, dass wieder mehr soziale und solidarische Politik Einzug hält. Verlassen kann man sich darauf nicht. Darum sind wir alle gefordert. Gefordert, solidarisch zu handeln und die zu unterstützen, die Solidarität benötigen und Menschen einen Raum zu geben, die sich engagieren wollen für vielfältige Themen. Wir wollen ermutigen sich zu engagieren und einzubringen. Dazu haben wir unseren Verein m.u.t.i.g. e.V. gegründet.


Wir sind mutig! Denn wir bekennen uns ganz klar gegen jeden Rassismus, gegen nationalistisches Gedankengut, gegen Antisemitismus und gegen Homophobie. Natürlich sind auch wir für eine weltoffene Gesellschaft, für Demokratie, für die Achtung der Menschenwürde, für Vielfalt und vieles diverses mehr. Aber wir sind mutig, weil wir klar und deutlich sagen, wo wir dagegen stehen! Wir sind unteilbar, weil wir uns für gesellschaftlichen Zusammenhalt ohne Ausgrenzung und Rassismus einsetzten. Wir sind tolerant, weil wir die Vielfalt unserer Gesellschaft achten. Wir freuen uns über jede*n unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sexueller Einstellung. Alle die es bunt mögen sind herzlich willkommen! Wir sind inklusiv, weil wir Menschen immer als wertvolles Ganzes betrachten, unabhängig von eventuell vorhandenen Beeinträchtigungen. Und wir sind gendergerecht, denn wir als Verein lehnen jede Form von Machtmissbrauch und Diskriminierung ab, sei es aufgrund von Gender, sexueller Orientierung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Hautfarbe.

Der Einsatz für eine versöhnte Menschheit verträgt keine Benachteiligung und Ausgrenzung!

Heute eröffnen wir das KAZE. Das Leben im Kulturzentrum entsteht durch die Menschen, die es aktiv nutzen und gestalten. Von Arbeitsgruppen oder Einzelpersonen organisiert, soll das Zentrum ein Ort für regelmäßige Veranstaltungen und Treffen sein und als Informations- und Anlaufstelle für alle politisch interessierten Menschen und lokal aktiven Gruppen dienen.

Wir verstehen das Zentrum als Ort solidarischen und sozialen Lebens und als Ort für alle Interessierten, die Verlangen nach alternativer und kritischer Kultur und Politik haben, die sich abseits einer profitorientierten Gesellschaftsordnung und intellektuellen Stagnation bewegt, und die Verwendung für ihre Ideen künstlerischer, kultureller oder politischer Aktivität suchen. Gemeinsam setzen wir uns über ökonomische, nationalistische und soziale Ausgrenzmechanismen hinweg und versuchen Gegenstrategien zu entwickeln, um als Teil der gesellschaftlichen Entwicklung diese kritisch zu reflektieren und Ansatzpunkte für Alternativen zu finden.

Alle Menschen sind herzlich eingeladen das KAZE zu nutzen!

Ob als Veranstaltungsort für die Öffentlichkeit, oder für interne Zwecke wie Plena, Sitzungen oder Workshops. Oder aber auch nur für einen geselligen Abend mit Dart, Billard und Kicker. Die Möglichkeiten sind vorhanden, und wir würden uns freuen, wenn diese von vielen Menschen, Vereinen, aktiven Gruppen und Institutionen in Einbeck genutzt werden. Unsere Aktivitäten beginnen mit einem offenen Seebrücke-Abend, einem politischen Lesecafé, einem Kicker-, Dart- und Billardabend, einen Kochabend des Queeren Zentrums Northeim, dem Angebot von solidarischen Frühstücken und Abendessen sowie als Plenumort für das Jugendforum, Einbeck ist Bunt, die Seebrücke Einbeck und für die Kuhlen Wampen. Außerdem freuen wir uns das die Star - Soziale Teilhabe, Arbeit und Rehabilitation unsere Räume mit nutzen wird, um hier vielfältige Dinge für Menschen zu organisieren. Geplant sind schon viele weitere Aktivitäten, und wenn unsere Ausstellungsfläche fertig gestellt werden kann, wird auch viel mehr Kultur ins KAZE Einzug halten. Doch wir hoffen, dass noch viele weitere Menschen Ideen dazu haben, die hier gerne umgesetzt werden können. Das KAZE soll frei von politischer Abhängigkeit den Menschen dieser Stadt dienen, und Anlaufpunkt für viele Menschen sein, die solidarisches Handeln wünschen und erleben wollen.


Abschließend möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Helfern der letzten Wochen für die Unterstützung bedanken. Ganz besonders sei an dieser Stelle auch die Seebrücke erwähnt, die den Start dieses Projektes durch die Übernahme der Mietkosten für ein ganzes Jahr überhaupt erst ermöglicht hat. Nun ist das KAZE offiziell eröffnet. Lasst uns gemeinsam mehr Solidarität wagen! Für eine tolerante, bunte und offene Gesellschaft!

Lasst uns gemeinsam mehr Solidarität wagen! Für eine tolerante, bunte und offene Gesellschaft!



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